Jürgen Bernsen, Andrea Hüttinger und der Ordnungsraum hatten den ersten Radioauftritt. Interview in der Sendung: »SWR2 Leben – Bin ich ein Messie?« (Sendung als MP3 und Abschrift dort)
»Die Aufräumer«
»Messies, das sind doch die Chaoten, die zu faul zum Aufräumen sind. Dieses Bild vermittelt das Fernsehen. Die Mitarbeiter von Freiraum sehen das etwas anders. Seit fünf Jahren helfen sie Betroffenen. Der Ordnungsraum macht seinem Namen alle Ehre: Er ist superordentlich. Abgesehen von einem Blumentopf auf dem Tisch steht nichts herum, kein Kram, keine Broschüre, höchstens zwei drei Staubkörner. Und genau so soll …« — Prenzlauer Berg Nachrichten, 8. Mai 2012
»TV-Voyeurismus
Geschichten aus der Gruft zum Gruseln«»›Die Leute werden zum Teil richtig beiseitegeschubst‹, sagt Jürgen Bernsen von Freiraum-Berlin-Brandenburg e.V., einem Team, das im Berliner Bezirk Pankow Menschen mit Messie-Neigung hilft. ›Bei uns funktioniert das völlig anders: Wir arbeiten Hand in Hand mit den Leuten zusammen, und jeder entscheidet selbst, was er wegschmeißt. Dadurch lernen die Betroffenen überhaupt erst, wie man die Wohnung besser strukturiert.‹ Das geht nur in kleinen Schritten. Bis zu einem Jahr lang ist Bernsen in manchen Wohnungen aktiv. RTL nimmt sich zwei Wochen. H-Team-Geschäftsführer von Wedel hält solche Hauruck-Aktionen für schädlich: ›Weil sich die Betroffenen noch mehr davon entfernen, dass sie eigentlich tiefsitzende traumatische Erlebnisse haben: Demütigungen, mangelndes Selbstwertgefühl, fehlendes Vertrauen in Mitmenschen. All das müssen die Leute nachher mit sich selbst ausmachen.‹« — FAZ, 07. November 2011
»Hilfe und Selbsthilfe für Messies
Wenn das Sammeln aus dem Ruder läuft«»In vielen Fällen kommt Bernsen nach vertrauensbildenden Gesprächen mit in die Wohnung der Betroffenen und räumt gemeinsam mit ihnen auf. ›Dabei ist viel Einfühlungsvermögen gefragt.‹ Ziel ist es, Struktur in die Wohnung zu bekommen. Da das Aufräumen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch eine Belastung für Messies ist, dauern solche Einsätze selten länger als drei Stunden. Bis eine Wohnung schließlich im gewünschten Zustand ist, kann ein halbes Jahr vergehen.« — MieterMagazin, 01. Dezember 2008
»Wohnen im Verborgenen«
»Meterhohe Papierstapel in jedem Raum, kaum ein Zentimeter Boden, der nicht von Zeitungen, Zeitschriften und Katalogen bedeckt ist –die Wohnung eines Messies. Kein schöner Anblick, auch für Jürgen Bernsen […] nicht. Bernsen ist der Anblick jedoch vertraut. Denn er kommt in vermüllte Wohnungen, um zu helfen. Gemeinsam mit den Betroffenen räumt er Stück für Stück, Zimmer für Zimmer die Wohnung auf. ›Das kann bis zu einem halben Jahr dauern, ehe wir durch sind‹, sagt Bernsen. Mehr als drei bis vier Stunden Aufräumen und Sortieren pro Tag sei für die Messies oft psychisch nicht zu verkraften. Ziel ist es, dass die Betroffenen die Ordnung hinterher auch halten können.« — Berliner Zeitung, 30. August 2008
Aktualisiert: Juli 2012 © Jürgen Bernsen
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